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Wachsschmelzkessel aus Glühweinkessel

Autor: Dr. Andreas Kokott (Über den Autor)

Um viele Formen schnell gießen zu können, benötigt man größere Mengen an flüssigem Wachs. Es empfiehlt sich, das Wachs dann auch in entsprechend großen Gefäßen zu schmelzen. Eine gute und vor allem kostengünstige Lösung bietet ein Einkoch- bzw. Glühweinkessel an. Diese Kessel haben einen Inhalt von ca. 25 Litern. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Heizstäbe beim Blick in den Kessel nicht zu sehen sind, also unter dem emaillierten Boden liegen.

Beim Einkochkessel ohne Hahn müsste man das Wachs aus dem Kessel schöpfen. Glühweinkessel besitzen einen Hahn (Abb.  1). Dieser ist aber für Wachs nicht brauchbar. Erkaltet flüssiges Wachs in einem solchen Hahn, so kann man den Wachspfropf nicht mehr entfernen.

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Abb. 1: Auslaufhahn eines Glühweinkessels

ACHTUNG: Durch den Um­bau entfällt die Gewährleistung.

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Abb. 2: Ausgebauter Auslaufhahn

Beim Umbau wird der Hahn entfernt. Dazu löst man an der Innenseite des Kessels die Mutter und zieht den Hahn (Abb. 2) aus der Öffnung. Die Öffnung in der Kesselwand hat einen Durchmesser von 19 mm. Die dünne Seite des Reduzierstücks (Nr. 4 in Abb. 4) muss durch diese Öffnung passen. Es sind auch andere Lösungen möglich. Wir wollten vermeiden, die Öffnung im emaillierten Metall aufzufeilen.

glühweinkessel neue anschlüsse

Abb. 3: Umbauteile (1: Dichtungsband, 2: Reduzierstück, 3: Dicht¬ungen, 4: Doppelnippel, 5: Kugelhahn)

Die für den Umbau benötigten Teile (ohne Werkzeug) sind in Abb.  6. 63 dargestellt. Wir haben die zu weichen Kunststoffdichtungen (weiß, Abb. 2) gegen stabilere (schwarz, Abb.  3 ) ausgetauscht.

Das dickere Gewinde des Doppelnippels wird mehrfach stramm mit Dichtungsband umwickelt. Mit entsprechenden Schlüsseln (hier Rollgabelschlüssel) wird das Reduzierstück in den Kugelhahn gedreht. (Abb.  4)

Abb. 4: Mit Dichtungsband umwickeltes Reduzierstück (links). Eindrehen des Reduzierstücks in den Hahn (rechts)

Über das Gewinde wird der Dichtring geschoben und durch die Öffnung in den Kessel gesteckt (Abb.  5). Im Kesselinneren sieht man ein Stück des Gewindes. Auf das Gewinde schiebt man einen Dichtring und schraubt das Reduzierstück auf (Abb. 6). Mit Schraubenschlüsseln oder ähnlichen Werkzeugen (Rohr­zangen) wird nun das Reduzierstück angezogen, so dass der Hahn fest sitzt (Abb.  7).

Abb. 5: Gewinde mit Dichtung (links), einsetzen in die Öffnung des Kessels (rechts)

Abb. 6: Im inneren des Kessels Dichtring über das Gewinde streifen (links), aufschrauben des Reduzierstücks (rechts)

Abb. 7: Blick in das Kesselinnere (links) und auf den geschlossenen Kugelhahn auf der Außenseite (rechts)

Die Einstellung des Thermostaten (Temperaturregler) am Topf muss man ausprobieren. Bei uns steht der Regler auf 70 Grad. Das Aufschmelzen dauert je nach Menge Wachs 1 bis 2 Stunden. Vor dem Gießen sollte man die Temperatur mit einem Thermometer kontrollieren. Hat man die optimale Einstellung des Thermostaten gefunden, kann man später zügig schmelzen und gießen. Ist das Wachs im Kessel geschmolzen, so reicht meist die Wärme nicht, damit auch das Wachs im Kugelhahn flüssig geworden ist. Man stellt unter den Hahn eine Kanne (Abb.  8) und schiebt mit einem Stab (Holzstab, Abb.  8) den Wachspfropf in den Kessel. Zieht man den Stab heraus, so beginnt das Wachs heraus zu fließen.

Abb. 8: Geschlossener Hahn mit Gefäß (links), Holzstab im geöffneten Hahn (rechts).

Das Wachs sollte immer erst in eine Kanne umgefüllt werden. Nicht empfehlenswert ist es, die Kerzenform direkt unter den Hahn zu stellen. Eine gefüllte Form kann beim Transport zu leicht überschwappen.

Ein Glühweinkessel mit Hahn kostet ca. 70-90 Euro. Für 20-30 Euro bekommt man die für den Umbau nötigen Teile. Ein stabiler Tisch mit einer robusten Unterlage sollte in keiner Kerzenwerkstatt fehlen. Für wenige Euro bekommt man im Baumarkt ein Stück passenden Holzstab und entsprechend zu­geschnittene Platten, aus denen eine Holzkiste zusammen­ge­schraubt werden kann, auf die der Kessel gesetzt wird.